Seröser Borderline-Tumor (Ovar)  (Bild 2)

Seröser Borderline-Tumor (Ovar) (Bild 2)     © ZPEM                                                            

was macht ein Pathologe ?

 

Als Patient bekommen Sie ihren Pathologen nie zu Gesicht. Um so wichtiger ist uns, ihnen zu erklären, was wir für Sie tun.

 

Ihr behandelnder Arzt schickt uns Gewebeproben. Diese sind in Formalin eingelegt, um ein Austrocknen zu verhindern. In unserem Labor werden diese Proben gegebenenfalls noch zurechtgeschnitten, dann beginnt der Präparationsprozess.

 

Weil jede Probe, besonders aber ein mikroskopisch dünner Schnitt, an der Luft sofort vertrocknen würde, wird im ersten Arbeitsgang die Gewebeflüssigkeit durch ein Wachs ersetzt. Anschließend wird die ganze Probe in einen Paraffinblock eingegossen. Jetzt ist es möglich, die Probe zu schneiden. Dabei werden nur mikrometerdünne Scheiben der Probe gewonnen und auf Objektträger aufgebracht; das sind die Glasscheibchen, die man später unter das Mikroskop legt.

 

Bevor es soweit ist, müssen die Proben allerdings noch eingefärbt werden. Hauchdünnes Gewebe ist immer durchsichtig. Erst durch die Farbstoffe werden die Zellwände sichtbar. Je nach Gewebe kommen unterschiedliche Farbstoffe zum Einsatz. Meist haben die Proben hinterher eine rot-blau Tönung. Letztendlich werden die Objektträger unter dem Mikroskop begutachtet und eine Diagnose gestellt.

 

Hier, wie bei allen Diagnosen in der Medizin, gibt es einfache, weil eindeutige Diagnosen und Fälle, in denen die Diagnose schwieriger oder nicht eindeutig ist. Gegebenenfalls muss man weitere Schnitte herstellen und begutachten. Gängige Praxis ist, in solchen Fäälen, einen oder mehrere Kollegen zu Rate zu ziehen. Dank moderner Videotechnik, ist dieses heutzutage auch über die Grenzen der eigenen Praxis hinaus möglich. Dazu muss man nicht einmal eine Probe versenden. Man kann dem Kollegen am Bildschirm einen Blick durch das eigene Mikroskop erlauben.